Ohne Spannung, aber spannend

Um nach außen die ehemalige Funktion des Turmes zu demonstrieren, wollten wir ein paar alte Isolatoren anbringen. Wir machten uns im Internet auf die Suche. Dabei sind wir auf die Seite trafoturm.eu gestoßen, auf der bereits sehr viele alte Trafohäuschen dokumentiert sind. Pit Fischer als Administrator der Seite war sofort Feuer und Flamme von unseren bisherigen Arbeiten und gerne behilflich bei der Suche nach alten Isolatoren. Die Empfehlung sich an die Elektrizitätswerke zu wenden, stammt von ihm.

Also nichts wie los! Gemeinsam mit Anton fuhren wir nach Langenau in die Bezirksstelle der EnBW und wurden fündig. Aus einem Container konnten wir einige ausrangierte Isolatoren aus Keramik und Glas mitnehmen. Darunter auch Abspanneier für Niederspannung, wie sie in der Spätphase an der Station zu finden waren. Die braunen Delta-Isolatoren haben uns besonders gut gefallen. Der äußerst freundliche Mitarbeiter war sogar bereit sich auf die Suche nach anderen alten Elektroteilen aus alten Trafostationen zu machen.

Jeweils zwei große braune Deltaisolatoren für Mittelspannung (20 KV) wurden dann an zwei Seiten des Turms befestigt. Wie wir später erfahren mussten war dies falsch! Nicht nur, dass es sich um Mittelspannungsisolatoren handelt, die nie in dieser Form an dem Turm waren, sondern auch, dass immer drei Isolatoren nebeneinander sein müssen. Aber jetzt war es nun mal so und wir waren mit der Außenansicht zufrieden.

Eigentlich war es nun an der Zeit mit den Außenputzarbeiten zu beginnen. Herr Fehnle musste aber aus privaten Gründen (Umzug usw.) den Termin etwas nach hinten verschieben. Kein Problem für uns, dann wurde einfach mit den Innenarbeiten weiter gemacht.

Die Elektroinstallation war der nächste Schritt. Dafür mussten Schlitze geschlagen werden (die schmutzigste staubigste Arbeit überhaupt!) und Leerrohre verlegt werden. Das Material hierfür und die entsprechenden Maschinen bekamen wir von unserem Elektriker. Den Verteilerkasten hatten wir ja bereits aus den ehemaligen Kasernengebäuden auf dem Fliegerhorst-Areal ausgebaut. Unterstützung, besonders bei dem Verlegen und Verputzen der Leerrohre, bekam ich von meinem Bruder Reinhard.

Was war mit der Inneneinrichtung? Uns fehlten noch ein großer Tisch und zwei Sitzbänke für den Aufenthaltsraum. Den Tisch (alter dunkler Holztisch mit Massivholzplatte und vier Füßen) haben wir in Ebay gefunden und in München abgeholt. Die dunkle Platte sollte bleiben und das Untergestell und die Füße weiß werden. Entsprechend wollten wir dazu Bänke haben. Spontan hat sich mein Schwager Hermann Müller (Schreiner) bereit erklärt, für uns solche Bänke anzufertigen. Unsere Tante Anna Maier brachte uns dann auf die fantastische Idee, auch die Zwischendecke und die Treppe vom 1. OG ins 2. OG in der Farbe Weiß zu streichen, damit das Ganze eine runde Sache wird.

ausrangierte Isolatoren von der EnBW-ODR

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